Chronik
der Freiwilligen Feuerwehr Sohl

1929

Auf Anregung des zuständigen Schornsteinfegermeisters Keidel aus Adorf findet am 25. Mai eine Gemeindeversammlung zwecks Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr statt, auf der dazu ein vorläufiger Ausschuß gewählt wird.
Im Gasthof ,,Zur Krone“ wird am 30. Mai, 21 Uhr, im Beisein von Bürgermeister Robert Körner und Schornsteinfegermeister Keidel die freiwillige Feuerwehr Sohl gegründet. Die Aufnahmegebühr beträgt 1 RM. Gründungsmitglieder sind Herbert Meier, Ernst Stöß, Adolf Martin, Alfred Adler, Anton Lorbeer, Kurt Oehm, Horst Wolfert, Kurt Geipel, Walter Dietz, Herbert Neudel Horst Neudel, Arno Piesendel, Kurt Dölling und Richard Oehm. Mit 22 von 28 Stimmen wird Arno Piesendel zum Hauptmann gewählt. Bis 1931 erhöht sich die Mitgliederzahl auf 54 Kameraden. Uniform und Ausrüstung müssen aus Beiträgen, Prämien und Spenden selbst finanziert werden. Die Wehr unterteilt sich in Spritzenzug, Steigerzug, Signalistenzug, Sanitäter, Schriftführer und Kassierer.

1931

Am Schulhof wird im Mai ein Steigerturm mit zwei Etagen errichtet. Zur Modernisierung der Wehr werden im Juni ein gebrauchter Gerätewagen und eine zweite Leiter gekauft - für insgesamt 75 RM.

1932

Gründung des Schalmeinzuges der Feuerwehr. Musikalischer Leiter ist Edwin Martin.
Die Dienstbereitschaft der Kameraden ist groß. Im Winter werden monatlich ein bis drei Versammlungen und Schulungen abgehalten, vom Frühjahr bis zum Spätherbst finden jeden  Monat drei bis vier Übungen, Ausbildungen und Feldmärsche statt.

1933

Trotz aller Anstrengungen, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten die Wehrleitung umzuorganisieren, wählen die 33 Kameraden ihre bewährte Leitung mit Arno Piesendel wieder.

1936

Ein gebrauchter sechssitziger Pkw wird von der Firma Liebers, Bad Elster, für 150 RM gekauft und zum Mannschaftswagen umgebaut. Als Fahrer werden Otto Lorbeer und Herbert Piesendel ernannt.
Der Keller des Schulgebäudes wird zum Gerätehaus um- und ausgebaut.

1937

Als Auszeichnung für umsichtiges und schnelles Handeln bei Bränden und anderen Einsätzen erhält die Feuerwehr im September eine Motorspritze TS4.

1939

Nach dem Ausbruch des Krieges kann die Freiwillige Feuerwehr nur von älteren Kameraden und 14- bis 16jährigen Jugendlichen aufrechterhalten werden. Viele Feuerwehrmänner müssen im Krieg ihr Leben lassen.

1945

Kamerad Arno Piesendel scheidet aus Altersgründen aus dem aktiven Dienst aus. Für kurze Zeit ist Max Haußner als Wehrleiter eingesetzt. Am 23. Dezember wird auf Beschluß der Gemeindevertretung Kamerad Kurt Geipel zum Wehrleiter und Paul Glaß zu seinem Stellvertretern berufen. Geipel stellt sich zur Aufgabe, so schnell wie möglich die Wehr wieder einsatzbereit zu machen und erhält tatkräftige Unterstützung von seinen Kameraden. Schon 1947 wird auf der Kreisbrandschutztagung der Sohler Wehr ein öffentliches Lob für ihre Einsatzbereitschaft und Schlagkraft ausgesprochen. Die Mitgliederzahl steigt von 25 auf 62 Kameraden.

1947

Unter Leitung von Kamerad Willi Bahmann wird am 27. September eine Laienspielgruppe gegründet. Zugunsten der Volkssolidarität findet am 13. Dezember der erste Theaterabend statt.

1953

In Sohl wird die erste Frauenlöschgruppe des Kreises gründet. Leitung und Ausbildung übernimmt Kamerad Erhard Schwab.

1954

Aus Anlaß des 25jährigen Jubiläums finden eine Steigerübung, eine Schulübung der Frauen, eine Angriffsübung und anschließend ein Ball statt.
Zwischen 1947 und 1954 hat die Sohler Wehr 20 Waldbrände bekämpft und 30 Arbeitseinsätze zugunsten des Nationalen Aufbauwerkes (NAW) durchgeführt.

1956

Am 21. Mai gründet Alfred Lorbeer die Blaskapelle der FFw Sohl und übernimmt die Leitung. Erste Mitglieder sind Erhard Adler, Kurt Geipel, Wilfried Martin, Robert Seidl, Heinz Keller, Harry Haußner, Herbert Meinhold, Horst Sandner, Horst Dietz, Hans Leistner, Johannes Penzel.

1957

Zur Grundsteinlegung des AWG-Neubaus hat das Blasorchester am 1. Mai seinen ersten öffentlichen Auftritt.
Am 31. Mai tritt die Laienspielgruppe zum letzten Mal auf. Gründe für das Ende sind Nachwuchssorgen, Krankheit und Wegzug von Mitgliedern.

1960

Aus gesundheitlichen Gründen tritt Wehrleiter Kurt Geipel am 9. Februar zurück. Seine Funktion übernimmt auf Vorschlag der Wehr Kamerad Rudi Schaufuß. Weiterhin gehören zum Leitungskollektiv Erhard Schwab (Ausbildung) und Karl Wohlrab (vorbeugender Brandschutz).
Am 16. Juni findet der erste Spatenstich für den Badeteich statt. Hier leistet die Wehr insgesamt 12 NAW-Arbeitseinsätze.
Im Dezember erhält die Wehr einen Originalanhänger und eine TS8. Das alte Löschfahrzeug wird aus dem Verkehr gezogen.

1963

Am 22. Mai werden die Kameraden zum Gerätehausbau verpflichtet. Der Rat des Kreises bewilligt am 19. September die Finanzmittel. Am 5. Oktober beginnen erste Vorarbeiten mit der Planierraupe. Nach 23 NAW-Einsätzen der Kameraden unter Leitung von Rudi Schaufuß ist das Gerätehaus am 8. Dezember rohbaufertig.

1964

Nach weiteren 25 NAW-Einsätzen ist das Gerätehaus mit den dazugehörigen Außenarbeiten am 27. September fertig.
Zwischen 1. Juli und 30. September leisten die Kameraden 25 NAW-Einsätze für den Bau des Umkleide- und Toilettengebäudes am Badeteich.

1965

Am 3. Juli wird das Gerätehaus eingeweiht. Als Anerkennung für hervorragende Leistungen übergibt Kollege Börner vom Rat des Kreises ein neues Löschfahrzeug „Robur LO 180“, Wert 50 000 Mark.
Von Juli bis September beteiligen sich die Feuerwehr-Kameraden mit 5 NAW-Einsätzen am Wasserleitungsbau in der Gemeinde Sohl.

1966

Wehleiter Rudi Schaufuß wird aus gesundheitlichen Gründen von seiner Funktion entlastet. Als Nachfolger bestätigt der Rat der Gemeinde auf Vorschlag der Kameraden Karl Wohlrab, der schon im Bereich vorbeugender Brandschutz vorbildliche Arbeit geleistet hat. Stellvertreter sind Erhard Schwab (Schulung) und Horst Dietz (vorbeugender Brandschutz).

1969

Am 2. April gründet sich die erste Jugendgruppe. 11 Kameraden schließen am 16. April das organisierte Selbststudium mit der schriftlichen Prüfung ab.
Das 40jährige Gründungsfest der FFw wird am 30. Mai gefeiert.

1972

Einen neuen Anhänger TS8 erhält die Wehr am 15. November.

1974

Der baufällig gewordene Steigerturm muß ab 16. September abgetragen werden.

1975

Am 26. September erhält die FFw Sohl die Leistungsstufe III.

1976

Im Mai findet ein Festakt zum 20jährigen Bestehen der FFw-Blaskapelle statt.
Die Feuerwehr erhält am 7. Oktober die Leistungsstufe II.

1978

Eine UKW-Verkehrsfunkanlage wird an die FFw übergeben.

1979

Zusammen mit dem Dorffest beginnt am 6. Juli die Festwoche zum 50jährigen Bestehen der FFw Sohl mit einer Festveranstaltung. Am 7. Juli wird eine Schauübung vorgeführt. Ein Frühschoppen mit anschließendem Blasmusiktreffen findet am 8. Juli im Festzelt am Badeteich statt.
Am 7. Oktober erhält die FFw Sohl die Auszeichnung „Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr“.
Als beste FFw des Kreises Oelsnitz auf dem Gebiet der Schadensverhütung erhält Sohl am 23. November ein Anerkennungsschreiben von der Staatlichen Versicherung Plauen, das mit einer Prämie von 450 Mark verbunden ist.

1980

Am 4. August werden die Kameraden in die Handhabung von Handfunkgeräten eingewiesen. Die FFw erhält drei neue Funkgeräte.

1982

Aus gesundheitlichen Gründen wird Karl Wohlrab am 10. Mai von seiner Funktion als Wehrleiter entlastet. Auf Vorschlag von Wehrleitung und Bürgermeister Reinhold Geipel wird ein neues Leitungskollektiv bestätigt. Wehrleiter wird Burkhard Keller. Seine Stellvertreter sind Robert Seidl (Schulung) und Horst Geipel (vorbeugender Brandschutz).
Am 7. Oktober verteidigt die FFw Sohl erstmals den Titel „Vorbildliche FFw“.
Drei Druckluftatmer werden am 18. Dezember übergeben.

1984

Im April erhält die FFw Schaumbilder, Zumischer und Schaumrohre, am 20. September 25 Vollsichtmasken.

1985

Am 1. Mai wird zum zweiten Mal der Titel „Vorbildliche FFw“ verteidigt.

1987

Von 1966 bis 1987 hat die FFw Sohl jährlich im Frühjahr die Wundstreifen beiderseits der Bahnlinie zwischen Sohl und Raun gesäubert.

1988

Zum dritten Mal wird am 7. Oktober der Titel „Vorbildliche FFw“ verteidigt.

1989

Im Juni findet die Festveranstaltung zum 60jährigen Bestehen der FFw Sohl statt.
Seit 1989 nimmt die FFw Sohl am jährlichen Feuerwehrwettkampf im tschechischen Fleißen (Plesna) teil.

1992

Am 29. Juni übernimmt Sohl einen neuen Mercedes LF 16 TS vom Katastrophen- schutzzug des Landkreises Oelsnitz. Bedingungen: Besatzung und Unterstellplatz müssen gestellt werden. Deshalb bauen die Kameraden vom 18. Bis 21. September eine Garage unterhalb der Gaststätte für das Fahrzeug um.
Am 14. Oktober beschließt der Gemeinderat Umbau und Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses.

1993

Neun Sohler Kameraden nehmen vom 3. Bis 5. Mai mit dem Katastrophenschutz-Fahrzeug am Einsatz zur Bekämpfung eines großflächigen Waldbrandes in Weißwasser teil.
Die Jugendfeuerwehr Sohl wird am 10. Mai gegründet. Leiter ist Frank Dietz. Der Nachwuchs beteiligt sich jedes Jahr erfolgreich am Kreisausscheid.
Am 20. Mai beginnen die Erdarbeiten für den Bau des neuen Gerätehauses. Am 29. Mai wird das alte Gebäude abgebrochen. Richtfest für den Neubau ist am 16. September.
Die Katastrophenschutz-Besatzung übernimmt sieben Handsprechfunkgeräte und zehn Funkmeldeempfänger.
Die Gemeinde Sohl schafft für die Wehr 20 mal Schutzausrüstung an.

1994

Am 14. Mai wird das neue Gerätehaus mit zwei Fahrzeugstellplätzen, modernen Sanitäranlagen und großzügigem Schulungsraum eingeweiht. Die Bauhauptleistungen haben die Kameraden der Wehr in über 2000 Arbeitsstunden selbst erbracht.

1995

Die FFw Sohl übernimmt am 24. Januar einen neuen Iveco LF 8/6 mit 600 Liter Wassertank, Zusätzlicher TS8 und Kombi-Spreizer. Ergänzt wird die Ausrüstung der Wehr mit fünf Handfunkgeräten, fünf Funkmeldeempfängern und sechsmal Schutzkleidung.

1996

Die Wehr wird mit neuen Uniformen ausgerüstet. Am 1. Feburar übernimmt sie einen Beleuchtungsanhänger mit 16 Kilowatt Leistung für das Katastrophenschutzfahrzeug.
Vom 9. Bis 11. August feiert das FFw-Blasorchester mit 25 aktiven Mitgliedern sein 40jähriges Bestehen. Das Orchester nimmt am 14. September am 1. Landesmusikausscheid des Freistaates Sachsen teil.

1997

Die Freiwillige Feuerwehr Sohl zählt neun Kameradinnen, 41 Kameraden und vier Ehrenmitglieder.